Rallarveigen

So, hier soll nun auch wieder mal ein Lebenszeichen von uns kommen. Die letzten Tage haben wir im Hochfjäll Norwegens verbracht.

Die, wie im letzten Beitrag beschriebenen, erkämpften Höhenmeter haben wir nach einer Fahrt über eine Hochebene bei einer wunderschönen Abfahrt wieder verloren. Unten angekommen deutete sich ein weiteres Problem an – Albrechts Vorderradnabe gab unschöne Geräusche von sich, die wir letztendlich im Lager der Nabe lokalisierten. In Voss am Strand eines Sees zogen wir das Lager dann wieder fest – wahrscheinlich zu spät da die Geräusche davon nicht komplett verschwanden. Wir hoffen nun, dass es zumindest bis zum Ende der Tour hält.

Nach einem kurzen Einkauf ging es dann hinauf gen Fjell – zunächst über Felder und an Höfen vorbei, später durch Wald und an einem Fluss entlang, an welchem wir dann unseren Zeltplatz fanden.

Zum Abend hin stellte sich dann ein neues Problem ein – mein rechtes Knie begann zu schmerzen was die Weiterfahrt zumindest erschwerte.

Am nächsten Morgen ging es dann weiter das Tal hinauf bis auf 850m Höhe am Bahnhof Upsete. Einige Kilometer zuvor begann der eigentliche Rallarveigen – ein kleiner, mit Schotter befestigter Fahrrad-tauglicher Pfad entlang der Bergenbahn über das Fjell. Der Weg wurde ursprünglich zum Bau der Bahn genutzt und ist heute als Fahrradweg ausgezeichnet.

In Upsete stiegen wir in den Zug um durch einen Tunnel ein Bergmassiv zu durchqueren welches den Rallarveigen unterbricht. Fünf Minuten später waren wir dann in Myrdal, einem Bahnhof auf 870m Höhe dessen Hauptbedeutung in seiner Eigenschaft als Umsteigebahnhof zur Flåmbahn liegt.

Ab hier ging es nun nach einer kurzen Abfahrt stetig aufwärts, zunächst an Seen vorbei, dann durch eine Schlucht an einem tosenden Wasserlauf entlang. Nach der Schlucht eröffnete sich ein langsam ansteigendes Hochtal, in welchem wir dann auf etwa 1000m Höhe unsere Zelte aufschlugen.

Am nächsten Morgen wurden wir bei leicht prasselndem Nieselregen wach, welcher unsere Lust zum aufbrechen doch dämpfte. Irgendwann wurden die Unterbrechungen zwischen zwei Schauern dann aber doch so lang, dass wir uns weiter den Berg hinaufkämpften. Etwa 10 Kilometer vor Finse verschwand die Eisenbahn in einem relativ neuen Tunnel, während der Weg weiter entlang der stillgelegten Strecke bis auf 1343m anstieg.

Nach einem Gruppenbild ging es langsam wieder abwärts so das wir bald den Bahnhof Finse erreichten. Nach einer kurzen Pause und dem Kauf von diversen Postkarten fuhren wir weiter gen Tal. Der Weg wurde dabei im Laufe der Strecke immer besser, so dass die letzten 27km nach Haugstøl sehr angenehm und relativ schnell zu fahren waren. Da es doch recht spät geworden war nahmen wir mit dem erstbesten Schlafplatz zwischen Eisenbahn und Straße vorlieb.

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